Der Prinz im Kölner Karneval

Der Held Carneval trug eine goldene Krone mit einem Pfauenschweif, dem Symbol der Unsterblichkeit. Auf einem weißen Unterkleid trug er eine goldene Kette und darüber einen prächtigen mit Hermelin besetzten Mantel. In der rechten Hand trug er ein Zepter, als Zeichen des Regierenden, in der linken eine „Waffe“, die heutige Pritsche. Die Pritsche geht zurück auf die Fruchtbarkeitsrute der Germanen, der man eine magische Kraft nachsagte. Der Glaube daran ging verloren, die Pritsche als Symbol blieb erhalten.

Die Pritsche symbolisiert sowohl die Macht des Prinzen, als auch die Einheit mit seinem Volk. Da sich auch Traditionen der Zeit anpassen, ohne ihren Ursprung zu verlieren, wurde aus dem Helden Carneval der Prinz Karneval. Das heutige Ornat des Prinzen ist der burgundischen Mode der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts nachempfunden und mutet uns in unserer realistischen Zeit immer noch romantisch an. Natürlich hat sich der Wandel langsam vollzogen. Die ersten Prinzenornate glichen eher einem Harlekin und waren weit entfernt von den heutigen Ornaten. Damals gab es noch keine Strumpfhosen, so reichte die Prinzenhose noch über das Knie. Der erste Prinz, der kniefrei durch die Session zog, war Ludwig Deichmann 1886. Seine Hose verkörperte für heutige Verhältnisse einen eher eigenwilligen Stil. 1887 trug der Prinz dann auch wieder eine lange Hose. Das Kölner Wappen, aus Metall und teils sehr groß, trugen Prinz, Bauer und Jungfrau an einer Kette um den Hals.

Erst 1889 beginnt das Ornat des Prinzen dem heutigen zu gleichen. Das Wappen wurde allerdings erst um die Jahrhundertwende auf das Ornat aufgearbeitet. In dieser Zeit entstanden auch die gepufften Ärmel des Oberteils, während die Form der Hose immer noch zwischen lang, kurz und kniebedeckt wechselt. Ebenso wechselt die Art der Schuhe, die alle Formen zwischen Stiefeln, Schnür- und Schnallenschuhen durchgemacht hat.

1926 hat man sich dann auf die Form des heutigen Ornats festgelegt, wobei der Umhang des Prinzen noch bis 1937 weiß von außen war und erst später rot wurde.
Die Mütze des Prinzen ähnelte noch bis in die 80er Jahre des 19. Jahrhunderts der Jakobinermütze, denn sie lief spitz nach oben zu. Teilweise war sie mit einer Straußenfeder geschmückt, was der damaligen Mode entsprach. Die Fasanenfedern an der Mütze des Prinzen tauchen erstmals 1886 auf. Heute trägt der Prinz vier lange Fasanenfedern an seiner Mütze, die in den vier Karnevalsfarben gefärbt sind. Bereits 1823 wurden diese Farben festgelegt. Rot und weiß für die Stadt Köln und grün und gelb für den Karneval. Wer allerdings Rosenmontag fünf Federn an der Mütze des Prinzen zählt, leidet nicht an Halluzinationen. Traditionell bekommt der Prinz auf der letzten Sitzung der Grossen Karnevalsgesellschaft von 1823 am Karnevalssonntag im Gürzenich eine Feder aus der Mütze des Präsidenten überreicht Diese Feder trägt der Prinz bis zum Ende seiner Amtszeit am Karnevalsdienstag als zusätzliche Feder an seiner Mütze.